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TT-Holz Eigenbau
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Spieleigenschaften der Furniere

Aufgrund einiger Anfragen von Spielern und Eigenbauern stelle ich die o. a. Informationen noch einmal (vorübergehend) zur Verfügung.

Grundsätzlich ergibt jede unterschiedliche Kombination aus Kern, Zwischen- und Deckfurnier auch mehr oder weniger unterschiedliche Spieleigenschaften. Grundsätzlich gibt es viele tausend Kombinationsmöglichkeiten, wobei sicherlich nicht alle Kombinationen sinnvoll sind bzw. sich aller Voraussicht nach gut spielen lassen.

Die Beschreibungen zu den Furnieren oder Furnierkombinationen geben natürlich nur meine persönlichen Eindrücke der durchgeführten Spieltests wieder und sind daher ohne Gewähr! Des Weiteren sind diese Beschreibungen natürlich auch nicht „in Stein gemeißelt“. Das heißt, dass ich auch gerne (nach eigenem Ermessen) ergänzende Kommentare anderer Eigenbauer oder TT-Spieler in die Beschreibungen über die Spieleigenschaften der Furniere einfließen lasse.

Wenn man z. B. ein sehr hartes Furnier als Zwischenfurnier verleimt, erhält man in Kombination mit einem relativ weichen Deckfurnier (z. B. Limba oder Koto) einen mittelharten Anschlag. Das Tempo ist dann natürlich etwas geringer, als wenn das harte Furnier außen aufgeleimt wird. Gleiches gilt, wenn man z. B. Kirschbaum als Zwischenfurnier nimmt, hat das Holz einen leicht flacheren Ballabsprung. Kirschbaum als Deckfurnier hat einen sehr flachen Ballabsprung usw.

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Moosgummi wurde erst zweimal kurz getestet. Es ist sehr leicht (ähnlich wie Balsa 1,0 mm) und lässt sich, wenn auch etwas anders als Balsa, durchaus gut spielen. Bei offensiven Schlägen relativ flott, bei passiven Schlägen etwas dämpfend. Zu beachten ist bei der Verwendung dieses Materials, dass das Holz insgesamt dann mehr als 6,7 mm dick ist, damit es im Meisterschaftsspiel zulässig ist (der Anteil Holz muss meines Wissens mind. 85% betragen). Auch sollte man Moosgummi nur beidseitig oder als Kern verwenden (oder zumindest noch 2 weitere Furniere dahinter), da ansonsten ein erhöhtes Risiko von Verzug besteht, wenn man es einseitig als 1. Zwischenfurnier hinter dem Deckfurnier verleimt.

Kork hingegen besteht aus Baumrinde (Eiche) und sollte in Bezug auf die Zulässigkeit aus meiner Sicht in beliebiger Menge in einem TT-Holz enthalten sein dürfen. Kork hat aus meiner Sicht sehr gute Spieleigenschaften und ist insbesondere für Topspin Spieler sicherlich einen Test wert. Wie bei Moosgummi sollte man Kork nur beidseitig oder als Kern verwenden (oder zumindest noch 2 weitere Furniere dahinter verleimen), da ansonsten ein erhöhtes Risiko von Verzug besteht, wenn man es einseitig als 1. Zwischenfurnier hinter dem Deckfurnier verleimt.

Balsa ist extrem leicht und weich und hat einen "Sprungfeder-Effekt bzw. Katapulteffekt". Das heißt, je dicker der Balsakern, desto mehr Power entfaltet ein solches Holz bei offensiven Aktionen. Im passiven Spiel nimmt das Balsaholz etwas Tempo aus dem Spiel. Sehr dünne Balsafurniere (1,0 oder 1,5 mm) empfehle ich als Zwischenfurnier ausdrücklich auch Spielern, die keinen Katapulteffekt wünschen, bzw. sonst nur "normale" balsafreie Hölzer spielen, da dieser Katapult-Effekt bei diesen dünnen Stärken praktisch nicht vorhanden ist, stattdessen aber trotzdem bei passivem Spiel ein leichter Dämpfungseffekt erzielt wird. Einen spürbaren Balsaeffekt gibt es meines Erachtens erst ab 3 - 4 mm Stärke.

Statt 1x 6 mm Balsakern kann man natürlich auch z. B. 3 + 1,5 + 1,5 mm nehmen. Das reduziert den Balsaeffekt minimal und erhöht die Stabilität. Hier gibt es sicherlich unzählige sinnvolle Kombinationen. Balsa ist also ausgezeichnet als Kern- oder Zwischenfurnier geeignet. Als Deckfurnier ist es nur bedingt einsetzbar, da es zwar durchaus sehr gut zu spielen ist, aber auch äußerst empfindlich ist.

Balsa gibt es in unterschiedlichen Härten, einige Hersteller verwenden ultraleichtes Balsa (ca. 100 kg/m³), womit natürlich sehr leichte Hölzer machbar sind. Ich verwende (auch aus Kosten-gründen) „normal“ leichtes Balsa (ca. 130 kg/m³). Lediglich für meine Griffschalen kaufe ich hartes Balsa (ca. 180 kg/m³).

Zeder ist sehr weich und leicht. Vermutlich das Langsamste vorrätige Furnier, daher für DEF/ALL Hölzer als Deckfurnier sehr interessant. Gute Spin- und Kontrollwerte, aber sicherlich auch gut für Materialspieler geeignet, die mehr Wert auf geringes Tempo und gute Kontrolle als auf maximale Spinumkehr Wert legen.

Fichte ist ebenfalls sehr weich und leicht. Da Fichte recht langsam ist, würde ich es in erster Linie für DEF/ALL Hölzer als Deck- oder Zwischenfurnier empfehlen. Natürlich kann man es auch auf schnelleren Kombihölzern auf der Rückhandseite mit verbauen, um auf der Seite das Tempo zu reduzieren und die Kontrolle zu erhöhen. Aktuell in zwei Stärken (ca. 0,5 und ca. 0,75 mm) vorrätig.

Pappel: Wer eine langsame Alternative zu Balsa oder Abachi sucht, sollte einen Pappelkern 2,5 bis 3,5 mm nehmen. Pappel ist sehr weich und unterstützt ein kontrolliertes, spinorientiertes Spiel. Je nach weiterem Aufbau ergeben sich in der Regel Spielmöglichkeiten zwischen DEF und ALL+. Mit Pappel lassen sich in jedem Fall die langsamsten Hölzer bauen, interessant also für Defensivspieler. Die Stärken 2,5 – 3,5 mm Pappel sind immer 3-fach verleimt (Pappelsperrholz)! Pappel 0,5 mm (schwarz gefärbt) als Deckfurnier ist sicherlich für Spieler interessant, die ein geringes Tempo und gute Spinwerte bevorzugen.

Erle ist gut als Deckfurnier geeignet, wenn man Wert auf gute Kontrolle und Spinwerte setzt. Erle ist neben Zeder und Fichte mit das langsamste Furnier aus meinem Sortiment bei sehr weichem Anschlag, also für DEF bis ALL Spieler eine gute Wahl. Ich habe Erle auch schon mit LN getestet und war mit den Spieleigenschaften sehr zufrieden.

Linde ist ein sehr weiches Furnier. Von den Spinwerten her ähnlich wie Erle, allerdings etwas anders zu spielen. Meines Erachtens ist Linde etwas besser für das Block-/Konterspiel als Erle geeignet, da der Ballabsprung nicht ganz so hoch ist. Man kann -als Deckfurnier verwendet- damit weiche, sehr sichere Topspins bei hohen Kontroll- und Spinwerten ziehen. Linde würde ich also für DEF bis ALL+ orientierte Spieler als Deckfurnier empfehlen.

Abachi ist sicherlich DIE Alternative für alle Spieler, die keinen Balsakern spielen möchten. Abachi wird bei vielen klassischen Kataloghölzern als Kernfurnier und/oder Zwischenfurnier verwendet, da es relativ leicht ist und sehr gute Spieleigenschaften besitzt. Natürlich kann es in 0,6 mm Stärke auch gut als Deckfurnier verwendet werden, auch wenn es bei Kataloghölzern eher selten als Deckfurnier verwendet wird. Die vorrätigen Stärken schwanken je Lieferung etwas, neben 0,6 mm ist 1,0 – 1,2 mm eine gängige Stärke, sowie 2,5 mm, 2,9 und 3,3 mm.

Abachi läßt sich auch sehr gut mit Balsa kombinieren, wodurch man sehr gute Hölzer mit relativ geringem Gewicht bauen kann, z. B. Kern 2,9 mm Abachi + 1,5 mm Balsa Zwischenfurnier oder umgekehrt 3 mm Balsakern und 1,1 mm Abachi Zwischenfurnier + 1 bis 2 weitere Furniere je nach gewünschter Tempo-Ausrichtung. Abachi 1,1 mm oder natürlich auch 0,6 mm eignet sich auch sehr gut als Zwischenfurnier, insbesondere vor Limba. Das lässt sich sehr gut spielen und reduziert z. B. auch den Balsaeffekt bei einem eher dicken Balsakern. Abachi 0,6 mm hat aus meiner Sicht ein gutes Bock-/Konterverhalten und ließ sich mit meinen LN auf der Rückhand gut spielen. Auf der Vorhand ist Limba spinfreudiger, allerdings hat Abachi 0,6 mm aus meiner Sicht bessere Block-/Kontereigenschaften. Für Spieler, die also kein topspinlastiges, sondern eher ein variables oder ein Block-/Konterspiel bevorzugen, ist Abachi 0,6 mm als Deckfurnier sicherlich einen Versuch wert. Als Zwischenfurnier vor Limba ist es ohnehin 1. Wahl, da Abachi-Limba Kombinationen auch bei vielen Kataloghölzern aufgrund der sehr guten Spieleigenschaften verwendet werden.

Kiefer habe ich auch als Alternative für die Verwendung als Kernfurnier (2,5 mm Stärke) bestellt. Das Furnier ist allerdings schon relativ schwer (ca. 52g), weswegen die weitere Furnierauswahl eher aus leichteren Furnieren oder aus max. 5-schichtigem Aufbau bestehen sollte. Bei ansonsten gleichem Aufbau ist Kiefer spürbar schneller als Abachi. In Kombination mit eher härteren Zwischen- und/oder Außenfurnieren lassen sich mit Kiefer sicherlich sehr gute OFF-/OFF Hölzer bauen. Bei dem Test hatte ich ein sehr gutes Gefühl bei Block-/Konter- sowie schnellen, harten Topspins. Kiefer in 1,2 mm eignet sich auch sehr gut als Zwischenfurnier und eine gute Alternative zu Abachi 1,0/1,5 mm).

Koto (auch ein klassisches Furnier) ist schon spürbar schneller und recht spinfreudig, daher sehr gut als Zwischenfurnier (z. B. mit Limba) oder ggf. auch als Deckfurnier geeignet. Das Furnier (längs als Deckfurnier) ist etwas dicker (ca. 0,65 mm) und somit auch etwas schwerer und schneller als quer / ZF. Koto wird auch bei ein paar Kataloghölzern als Deckfurnier verwendet.

Limba: Für ein spinorientiertes Spiel bei sehr guter Kontrolle eignet sich für mich Limba am besten. Für mich ist Limba Furnier mit den besten Spinmöglichkeiten und sollte daher bei spinorientierten Spielern auf keinem Holz fehlen. Es lässt sich darüber hinaus auch hervorragend mit allen anderen Furnieren kombinieren.

Elsbeere (Schweizer Birnbaum): Für mich ein ausgezeichnetes Furnier. Ich verwende es selbst als Zwischenfurnier hinter Limba auf der Vorhand. Elsbeere ist mittelhart, sehr fest und elastisch bei leicht flacherem Ballabsprung. Daher ist es m. E. in erster Linie als Zwischenfurnier sehr gut geeignet, aber natürlich auch als Deckfurnier, wenn ein höheres Tempo bei etwas flacherem Ballabsprung gewünscht ist. Elsbeere ist also ideal für ein variables oder schnelles, flaches Topspinspiel sowie auch für Block-/Konterspieler gut geeignet. Insbesondere empfehle ich es in Verbindung mit Abachi (meist 1,0-1,5 mm), also Abachi ZF und Elsbeere DF.

Grundsätzlich werden sich alle o. g. weichen Furniere gut miteinander kombinieren lassen und über sehr gute Spieleigenschaften verfügen. Für welche Kombination man sich letztlich entscheidet, ist sicherlich immer auch Geschmacksache (sonst würde es sicherlich nicht so viele Kataloghölzer geben) und muss letztlich einfach getestet werden. Je nach weiterem Furnieraufbau wird sich wohl fast jeder Topspinspieler oder auch DEF-Spieler nach kurzer Zeit mit solch einem Holz wohl fühlen (weiches Anschlaggefühl, gute Kontrollwerte, hohe Spinmöglichkeiten

 

 

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